Besorgende “Ängste” – Diskussion zu aktuellen rassistischen Mobilisierungen

Besorgende Ängste_VA-Reihe
***english version below***
Donnerstag, 28.Mai 2015, 19 Uhr, Jockels Biergarten
In den vergangenen Monaten war eine alarmierende Zunahme rassistischer Übergriffe in Deutschland zu beobachten. Brandanschläge auf geplante Unterkünfte für Geflüchtete wie in Tröglitz (Sachsen-Anhalt), Schüsse auf bereits bewohnte Flüchtlingsheime wie in Hofheim (Hessen) und offen angedrohte Pogrome wie in Kittlitz (Brandenburg) sind längst nicht alles: Die Amadeu Antonio Stiftung zählte für das Jahr 2014 insgesamt 153 gewalttätige Angriffe auf Unterkünfte von Geflüchteten. Mehr als 150 lokale »Nein zum Heim«-Initiativen im gesamten Bundesgebiet bilden das Rückgrat dieser rassistischen Bewegung. Zugleich stieg Pegida in Dresden im Winter zu einem bundesweit beachteten Phänomen auf, kleinere Ableger bildeten sich in verschiedenen weiteren Großstädten.

Beide Bewegungen richten sich aggressiv gegen vermeintliche »Fremde« und nehmen dabei entschiedene Feindbestimmungen vor. Argumentativ wird jedoch immer wieder das vermeintlich defensive Motiv der »Ängste und Sorgen« – bezüglich einer vermeintlichen »Überfremdung« und »Islamisierung« – sowohl von Teilnehmenden wie auch von Politikern und Politikerinnen ins Spiel gebracht. Diese öffentliche Debatte über vermeintliche »Ängste und Sorgen« muss als aktualisierte Ausdrucksform eines gesamtgesellschaftlichen Rassismus verstanden werden.

In der Veranstaltung möchten wir verschiedene Thesen vorstellen, wie diese ‘Ängste’ mit gesellschaftlichen Entwicklungen zusammen hängen. Dazu haben wir einen Text geschrieben, den ihr auf der Website des Antifaschistischen Infoblattes findet. Außerdem haben wir verschiedene Gruppen und Einzelpersonen eingeladen, um unsere Thesen zu kommentieren bzw. ihre eigene Perspektive auf den Diskurs um ‘Ängste und Sorgen’ darzustellen. Das Schweigen großer Teile der radikalen Linken und die zumeist marginalen Proteste gegen die rassistischen Bewegungen machen deutlich, dass die Frage nach einer wirksamen linksradikalen Intervention weiterhin offen bleibt. Die radikale Linke muss nach adäquaten Strategien suchen, wie man der rassistischen Mobilisierung gegen Geflüchtete entgegenwirken kann.

Podium:

Danilo Starosta, Kulturbüro Sachsen e.V.
Elène Misbach, Amadeu Antonio Stiftung
Antifaschistisches Kollektiv Marzahn-Hellersdorf
deutschland demobilisieren

Der Ort ist barrierearm.

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In the past months there has been an alarming increase of racist attacks in Germany. Arson attacks on planned accommodations for refugees like in Tröglitz (Saxony-Anhalt), shots on already inhabited refugee hostels like in Hofheim (Hessen) and an open pogrom atmosphere like in Kittlitz (Brandenburg) are by no means everything: the Amadeu Antonio Foundation reported 153 violent attacks on accommodations for refugees in 2014. Throughout Germany there are more than 150 »Nein zum Heim«-initiatives, which are the backbone of this racist movement. At the same time in Dresden, Pegida became a phenomenon throughout Germany and formed smaller branches in further cities.

Both movements are aggressively directed against supposedly »foreigners« and define, who should be perceived as the enemy of German society. Participants as well as politicians use the motive of »fears and worries« regarding a supposedly »domination by foreign influences« and »islamization«. This public debate about supposedly »fears and worries« has to be understood as an expression of current racism in German society.

We would like to present various assumptions on how these ‘fears’ are connected with social developments. We have published an article on this issue, which you can read on the website of Antifaschistisches Infoblatt. We have invited further groups and persons to comment on our assumptions and to present their own perspectives on the discourse on ‘fears and worries’. The silence within the radical left and mostly marginalized protests against these racist movements show, that there has not been effective intervention of the radical left yet. The radical left has to develop adequate strategies to oppose racist mobilizations against refugees.

Podium:

Danilo Starosta, Kulturbüro Sachsen e.V.
Elène Misbach, Amadeu Antonio Stiftung
Antifaschistisches Kollektiv Marzahn-Hellersdorf
deutschland demobilisieren

The place is easily accessible.

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