SOLIDARITÄT GEGEN ZWICKAU ALS STADT DER ZWANGSARBEIT UND DES NSU!

Im Nachgang zu der von uns mitorganisierten Demo “NSU in Zwickau: Kein Gras drüber wachsen lassen!” sind einige lokale Linke von Zwickauer Rechten ins Visier genommen worden. Neben Porträtaufnahmen einzelner Demo-Teilnehmer_innen und Drohungen im Internet fordert ein umtriebiges Mitglied des AfD-Kreisverbandes Zwickau einen Linkspartei-Stadtrat, der
an der Demo teilgenommen hatte, zum Rücktritt auf. Eine durchgestrichene Deutschland-Fahne bringt er mit den Reichsbürgern in Verbindung – eine emanzipatorische Kritik der Nation ist für AfD-Mann Benjamin Przybylla selbstverständlich nicht vorstellbar.

Insbesondere stören ihn die auf der Demo gezeigten Schilder
“Zwickau = Stadt des NSU”. Wie auch bereits Stadtsprecher Merz will er Zwickau als Auto-Stadt – und als Stadt der von dem Antisemiten Luther initiierten Reformation – verstanden wissen.
An dieser Stelle weisen wir darauf hin, dass für die Auto Union, die
damals als Audi-Vorgänger die Zwickauer Autofabrik betrieb, im
Nationalsozialismus mehr als 20.000 Menschen in Zwickau und Umgebung Zwangsarbeit leisten mussten. Dafür wurden eigens sieben Konzentrationslager eingerichtet. Hunderte, wenn nicht gar Tausende, wurden damals durch Arbeit und im Jahr 1945 auf Todesmärschen ermordet. Weder die AfD noch die Stadt Zwickau will von diesem Zusammenhang von Zwangsarbeit, Mord und heutiger Produktivität etwas wissen. So präsentierte sich die Stadt auf dem Tag der Sachsen 2016 ausgerechnet mit einem in Zwickau produzierten Auto vom Typ Horch 951 A, der nur zwischen 1938-1940 hergestellten wurde – ein lupenreines Nazi-Auto also. Protest gegen diese Stadtwerbung mit Nazi-Produkten ist uns nicht bekannt.

Wo postnazistischer Arbeitsfetisch, Lokalpatriotismus, Gedenkabwehr und Rassismus zusammen kommen, muss interveniert werden. Wir möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich für die Teilnahme der Antifaschist_innen und
Antirassist_innen aus Zwickau an der Demo bedanken und ihnen unsere Solidarität gegen die rechten Angriffe aussprechen! Wir werden weiterhin mit allen nötigen Mitteln, ob medial, juristisch oder auf der Straße, das Zurückdrängen der Zwickauer Rechten unterstützen!

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