Angriffe in Neukölln: Gegen Nazis und den rassistischen Konsens

+++ Demonstration wegen der Angriffe in Berlin +++ Die letzte Woche erneut krasse Angriffe in ganz Deutschland, Auswahl im Post +++

Kleine Erinnerung – Heute findet die Demo anlässlich der Angriffe auf linke Läden und Einzelpersonen in Neukölln statt.
Demonstrationen als Reaktionen auf Angriffe bleiben an vielen anderen Orten außerhalb der linken Szenekieze häufig aus. Die nach wie vor unzähligen Brandanschläge und Angriffe bekommen immer weniger Aufmerksamkeit, auch von linksradikalen Gruppen. Die Chronik der Amadeu Antonio Stiftung spricht von bundesweit 1825 Angriffen im Jahr 2016, mit auffälligen Ballungsgebieten in Sachsen, NRW, aber auch Berlin. Alleine für Marzahn-Hellersdorf zählte das Berliner Register dieses Jahr bereits 289 rechte Vorfälle, darunter 32 tätliche Angriffe sowie 57 Beleidigungen & Bedrohungen.

Faschos verpisst euch! Gemeinsam gegen rechte Hetze & Gewalt
Freitag 16.12. / 18 Uhr / Hermannplatz
https://www.facebook.com/events/631260740414092/

Am Freitag gibt es die Möglichkeit in Neukölln gegen den rassistischen Alltag als bundesdeutscher Realität auf die Straße zu gehen. Wir hoffen, dass eine große Demonstration der Startpunkt einer neuen Welle antifaschistischer Aktionen sein wird. Wir hoffen, dass auch die Initiativen in den abgelegeneren (Außen-)Bezirken und außerhalb der Städte mehr Unterstützung erhalten. Dabei wird wichtig sein, sich nicht nur auf bekennende Nazis zu konzentrieren, sondern die Gesellschaft zu attackieren, die arbeitsteilig an Angriffen und Brandanschlag beteiligt ist.
An diese Stelle folgt mal wieder ein – unvollständiger – Rückblick auf die letzten paar Tage in #Kaltland:

Samstag, 10.12., Frankfurt: Das Café project shelter, ein selbstverwaltetes Projekt von und mit Geflüchteten, wurde von Nazis angegriffen. Die Wände wurden mit schwarzer Farbe beschmiert und ein rassistisches Bekenner- und Drohschreiben hinterlassen.

Sonntag, 11.12. Sömmerda, Thüringen: Hetzjagd unter Naziparolen von 15 Personen auf drei Asylsuchende. Die drei Verfolgten wurden leicht verletzt. Der Bürgermeister der Linken: Die Hetzjagd wäre nicht rassistisch gewesen, in der Stadt gäbe es keine rechte Szene.

Sonntag, 11.12., Berggießhübel (Sachsen): Erneuter Angriff auf Geflüchtetenunterkunft, ein 10x15cm großer Stein wird durch die Scheibe geschleudert.

Montag, 12.12., Bautzen: Auf eine Geflüchtetenunterkunft wurden 4 Molotow Cocktails geworfen. Zum Glück wurde niemand verletzt.

Montag, 12.12., Erzgebirge: 20 Strohpuppen mit rassistischen Slogans um den Hals tauchen in Sachsen auf.

Montag, 12.12., Clausnitz: Im durch wochenlange Blockaden vor der geplanten Geflüchtetenunterkunft traurige Berühmtheit erlangten Kaff wurden bei einem Reichsbürger Waffen beschlagnahmt. Unter anderem Gewehre, Vorderschaftrepetierer („Pumpguns“) und ein Jagdbogen wurden dem Mann abgenommen.

Montag, 12.12., Dresden-Löbtau: Steine gegen Geflüchtetenunterkunft

Montag, 12.12., Dinslaken: Brandanschlag auf Geflüchtetenunterkunft, Pförtnerhäuschen mit Brandbeschleuniger begoßen und angezündet

Mittwoch, 14.12., München: In der Süddeutschen erscheint ein Artikel über das Leiden von Beate Zschäpe über den Tod ihrer geliebten Oma in einer „ohnehin schwierige Zeit“

Mittwoch, 14.12. Werth: Dem Vorstand der Flüchtlingsinitiative Werther werden die Radkappen am Auto gelöst, auf der Autobahn verliert er seinen Vorderreifen. Er kann einen Unfall verhindern. Bereits vor Wochen wurde einem anderen Mitglied der Initiative die Heckscheibe eingeschlagen.

Mittowch, 14.12. Sömmerda, Thüringen: Weiterer rassistischer Angriff auf 2 Geflüchtete.

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