Dresden

Dresden Kaltort 2016

Ort: Dresden
Bevölkerung: 545.000 Einwohner*innen
Selbstbezeichnung: „Elbflorenz“, Opferstadt und „Dresden. Neues entdecken“

Nominiert weil:
Vielleicht haben einige von euch Dresden schon im #Kaltort-Ranking vermisst. Das Marketing der Stadt bringt es auf den Punkt: „Dresden. Neues entdecken“. Hinter den barocken Fassaden und einem seit Jahrzehnten gepflegten Opfermythos kommt das Übel zum Vorschein – Dresden ist spätestens seit der Etablierung von Pegida im Jahr 2014 für seine Neuheiten international bekannt. Die Stadt war jahrelang der Ort der europaweit größten Nazi-Demonstrationen und ist noch immer ein Sammelbecken von Nazis und Rassit*innen. Pegida, unterstützt durch den Querfront-Promi Elsässer oder auch Geert Wilders, bringt noch immer in regelmäßigen Abständen mehrere tausend Menschen auf die Straße. Diese werden begleitet von Angriffen auf Nicht-Weiße, Linke und Journalist*innen, hinzu kommen unzählige Angriffe auf Unterkünfte für Geflüchtete und Einzelpersonen.
Dresden als Hauptstadt ist ein Inbegriff der sächsischen Verhältnisse und war auch 2016 noch immer ein Peak der rassistisch-völkischen Mobilisierungen in #Kaltland. Hier eine kleine Auswahl der Ereignisse: Bereits im vergangenen Jahr formierte sich in Dresden Laubegast der Mob um gegen eine geplante Unterkunft für Geflüchtete im Hotel „Prinz Eugen“ mobil zu machen, u.a. mit Blockaden und einem Fackelmarsch. Die Mobilisierungen hielten auch in diesem Jahr an, so haben im Mai Rassist*innen versucht das noch leerstehende Gebäude unter Wasser zu setzen. Sie verschlossen mehrere Waschbecken und öffneten die Wasserhähne. Am Tag des Einzugs der ersten Geflüchteten Anfang Juni wurden diese vom Mob rassistisch beleidigt und bepöbelt. Im August wurden vier Geflüchtete am Rande des Elbhangfestes zusammengeschlagen und schwer verletzt. Bei den Tätern handelte es sich um Hooligans von Dynamo Dresden. In sächsischer Manier berichtete die Polizei zunächst von einem „Streit unter Nordafrikanern“ und einem Vorfall „typisch für Volksfeste dieser Art“. Anlässlich des „Tags der deutschen Einheit“, der am 03.10.2016 in Dresden begangen wurde, brachte eine Pegida-Demo im Sinne des nationalen Widerstands ca. 4800 Personen auf die Straße, begleitet von „Wir sind das Volk“, “Volksverräter”, “Haut ab” und “Merkel muss weg” – Rufen . Bereits im Vorfeld des Events gab es einen Sprengstoffanschlag auf eine Moschee in Dresden und das Kongresszentrum, der vermutlich durch einen Pegida-Anhänger verübt wurde. Um die Qualität von Dresden als #Kaltort weiter aufzuzeigen, reichen auch die Verweise auf die Orte in der unmittelbaren Umgebung, wobei hier nur Freital und Heidenau genannt werden sollen.

Fazit:
Dresden hat eine lange Tradition in der Pflege eines Opfermythos wie auch in der Kriminalisierung von linken und antifaschistischem Widerstand vorzuweisen. Mit Pegida hat sich Dresden außerdem zu einem Zentrum der rassistisch-völkischen Bewegung entwickelt, eingebettet in einen jahrelang etablierten Rassismus durch Politik und Justiz.

Weitere Infos: https://www.addn.me/tag/pegida/

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