DIE SMARTE FRATZE: HÖCKE – DRESDEN – DEUTSCHLAND

#Höcke, der smarte AfD-Nazi, hat in seiner gestrigen Rede in der Opferstadt der Herzen – #Dresden – demonstriert, wie die Melange aus (sekundärem) Antisemitismus, Rassismus und aggressivem Nationalismus ein kohärentes Wahnsystem ergibt. Die Deutschen sollten laut Höcke durch die alliierten Bombardements im Zweiten Weltkrieg “mit Stumpf und Stiel ausgerottet” werden – dabei waren es doch die Deutschen, die die Jüdinnen_Juden unter Verwendung ebenjener Parole vom Stumpf und Stiel restlos zu vernichten gedachten. Anstelle der “Selbstauflösung […] eines total besiegten Volkes”, dessen Geschichte “mies und lächerlich gemacht werde”, will Höcke “einen vollständigen Sieg”. Einen “Sieg” der #AfD, um die “dämliche Bewältigungspolitik” zu überwinden und das ins “Herz der Hauptstadt gepflanzt[e]” “Denkmal der Schande” zu entfernen wie ein artfremdes Krebsgeschwür. Der zu beendende “Schuldkult” (Höckes Kamerad Maier, Richter am Landgericht Dresden, auf selbiger Veranstaltung) verhindert aus Sicht der AfD den aufrechten Gang, steht Deutschland, diesem “Athleten und Mordskerl” (Schlagzeiln), im Weg. Das angeblich unter der Schuld darbende Deutschland sei derzeit besonders durch “OneWorld-Ideologen”, “Amerikanisierung” und den “Import fremder Völkerschaften” bedroht – Höcke schließt solchermaßen den Kreis zwischen seinem vergangenheitspolitischem Exkurs und dem aktuell drängendsten Anliegen seiner Partei, der Eliminierung oder zumindest Exklusion alles scheinbar Fremden, insbesondere der Geflüchteten.

Der #Rassismus der gegenwärtigen völkischen Bewegung war und ist nicht zu denken ist ohne einen zumindest latenten #Antisemitismus. Diesen Zusammenhang, den die AfD und andere Neue Rechte in den vergangenen Jahren meist zu vertuschen suchten, stellt Höcke explizit her und nimmt dezidiert die Jüd_innen und alle anderen Opfer des Nationalsozialismus ins Visier. Ein weiterer Schritt in Richtung Nazifizierung des völkischen Mobs, der ggf. auch weitere verbale und physische Attacken auf Synagogen, jüdische Gemeindezentren und Einzelpersonen nach sich ziehen könnte. Es wird sich zeigen, ob Höcke mit dieser absichtlich provokant in Szene gesetzten Strategie sein wird oder ob der – brüchig gewordene – Konsens der Berliner Republik, niemand habe mehr aus Auschwitz gelernt als der Aufarbeitungs- und Exportweltmeister, mächtiger ist.

Im Kleinen zeigte der Abend in Dresden, wie eng die von Jürgen Elsässer geschmiedete Bande der Rechten mittlerweile ist: “Höcke erscheint in Dresden in Begleitung des neurechten Ideologen Götz Kubitschek. Die fremdenfeindliche #Pegida-Bewegung hilft bei der Organisation des Saalschutzes und hat für ihr AfD-Idol den turnusmäßigen “Spaziergang” am Montagabend ausfallen lassen. Jürgen #Elsässers rechtes “Compact”-Magazin sichert auf seinem Youtube-Kanal die Live-Übertragung – während anderen Journalisten zum Teil die Akkreditierung verwehrt wird, etwa einem Videoreporter der “Welt”. Mit im Saal auch: der Dresdner Rechtsanwalt Maximilian Krah, bis vor kurzem noch Kreisvorstandsmitglied der Dresdner CDU, nun Inhaber eines AfD-Parteibuchs.” [1]

Unterdessen wird bekannt, dass im Fall der Freitaler Terrorzelle nun bereits drei sächische Polizisten der Zusammenarbeit verdächtigt werden [2]. Und die Angriffe auf Geflüchtete setzen sich unvermindert fort. So wurden am Wochenende in Wurzen Geflüchtete in ihrer Unterkunft zuerst beleidigt – am Folgetag wurden die Scheiben eingeworfen, ein Brandsatz folgte. Ein klarer Mordversuch, doch die Polizei fiel wieder einmal durch verspätetes Eintreffen auf. Mindestens einer der Geflüchteten will nun die Stadt – aus den 1990ern noch als Browntown bekannt – verlassen. Ein Unterstützer kommentierte im MDR: “Das waren leider keine Einzelfälle. Es gab hier im letzten und auch schon in diesem Jahr massive Bedrohungen und Angriffe auf Flüchtlinge. Hinzu kommt, dass viele Flüchtlinge keine guten Erfahrungen mit Polizisten in Uniform gemacht haben.” Sie werden nicht ernst genommen, wenn sie anrufen und um Hilfe bitten, sagte Stange weiter. Die Beamten würden zum Teil erst kommen, wenn deutsche Freunde der Flüchtlinge anrufen.”[3]

Auf der Straße wird so der feuchte Traum Höckes und des entfesselten Mobs, der ihm in Dresden zuhitlerte, bereits in die Tat umgesetzt. Lasst uns Höcke, diesem miesen Stück Dresden, und seinen Kamerad_innen weiter energisch in den Weg stellen!

Alle Zitate, soweit nicht anders angegeben, aus der Rede von Björn Höcke am 17.01.2017 in Dresden.

1: http://www.tagesspiegel.de/politik/brandrede-in-dresden-der-totale-hoecke/19267154.html

2: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-01/gruppe-freital-rechtsextremismus-polizei-informationen-ermittlungsverfahren

3: http://www.mdr.de/sachsen/leipzig/angriff-auf-fluechtlings-wg-wurzen-100.html

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