BERGMANNKIEZ: MAKE RACISTS AFRAID AGAIN!

Bei der Anwohner_innenversammlung zu der geplanten Randbebauung der #Bergmannfriedhöfe, auf die wir vor einigen Tagen aufmerksam gemacht hatten, waren am Dienstag 200 Leute. Auf dem Podium saßen neben zwei Diakonie-Vertretern auch die Bezirksbürgermeisterin Herrmann und der Bezirkssprecher Langenbach, die sich beide große Verdienste im Kampf gegen selbst-organisierte Refugee-Strukturen (#ohlauer) erworben haben. Zu Beginn wurde vom Podium die Sachlage dargestellt, anschließen wurden aus dem Publikum teils krude “Sachfragen” gestellt. In der Diskussion ging es u.a. um die Gefahr für eine dort stehende deutsche Eiche (!) und weitere ökologisch grundierte Anliegen, die angeblich gegen die Unterkunft sprechen. Lückert, der Initiator der Initiative gegen die Bebauung, war auch vor Ort und trat ans Mikrofon. Von anderen Teilnehmenden wurde berichtet, dass die Initiative im direkten Gespräch beim Unterschriftensammeln auch offen gegen Geflüchtete gehetzt hat, und in einem Schreiben an den Bezirk Bedenken gegen Muslime auf christlichen Friedhöfen artikulierte.

Einzelne im Saal fühlten sich durch die Initiative getäuscht und zogen ihre Unterschrift zurück. Im Lauf der Versammlung wandelte sich die Stimmung glücklicherweise deutlicher gegen die Initiative – Lückert hat Widerspruch erfahren und Statements zur Unterstützung der Geflüchteten wurden von größeren Teilen des Publikums positiv aufgenommen. Hermann und Langenbach, die derzeit mit einer Räumungsklage gegen die Ohlauer vorgehen, wurden leider von linker Seite nicht kritisiert und konnten sich unwidersprochen als solidarisch darstellen.

Wir halten es weiterhin für einen Skandal, dass offenbar hunderte oder tausende Kreuzberger_innen eine christlich-reaktionäre Petitition, verfasst von einem ethnopluralistischen Vertriebenen-Freund, unterzeichnet haben. Ob nun alle im Einzelfall wussten, dass sich die Petition gegen eine Geflüchtetenunterkunft richtet oder nicht, sei dahingestellt. Es gab bereits im Vorfeld einige Presseberichte, die die Pläne zur Bebauung bekannt gemacht haben und auch die Argumentation der Petition hätte die Kreuzberger_innen stutzen lassen müssen. Fakt ist jedenfalls, dass sich die Kamerad_innen der Initiative ungestört im Bergmannkiez tummeln können und der Initiativenführer Klaus Lückert sogar auf der Petition als auch auf seiner privaten Homepage seine kompletten Adress- und Kontaktdaten angibt. Rassist_innen haben hier außer verbalem Widerspruch offenbar wenig zu befürchten. Andererseits kann das in Zeiten, in denen die #GRÜNEN-Kader auf Bundes- und Landesebene um den Titel des härtesten Abschiebers wetteifern, auch nicht mehr verwundern.

Wir hoffen, dass nun jedoch Teile der Kreuzberger und Berliner Linken aufgewacht sind und sich konsequent gegen den sich ausbreitenden #Rassismus in den alternativen Gefilden stellen.

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