RELATIVIERUNGSMEISTER RUMBERG: DER FREITALER OB BEWEIST WEITER DECKENDE IGNORANZ GEGEN RECHTEN KONSENS

Im heutigen Interview mit den DNN beweist der Freitaler Oberbürgermeister wieder einmal seinen Anteil an der unterstützenden bis ignoranten Stimmung in #Freital zur #GruppeFreital.
Er sieht die Einwohner_innen seiner Stadt in Generalhaft und ist wegen des zerstörten Stadtimages “wirklich den Tränen nahe”.
Dagegen hält sich seine Empathiefähigkeit gegenüber Geflüchteten bekannterweise in Grenzen.1 Er sieht kein Problem mit Rassismus in seiner Stadt, sondern erklärt diesen durch den Zuzug von Asylbewerber_innen in Freital: „Bis die Asylproblematik über uns hereinkam, hatten wir keine nennenswerten Szenen. Da ist nichts mit Rechts- oder Linksextremen gewesen.“
Die Proteste gegen die Erstaufnahmeeinrichtung verdienen laut Rumberg Verständnis. Man müsse „immer wieder diese zentrale Einrichtung sehen und welche Auswirkung die auf das unmittelbare Umfeld hatte. Die Leute waren einfach betroffen, konnten teilweise nachts nicht mehr schlafen, hatten natürlich auch eine gewisse Angst. Das sind aber keine Extremisten gewesen.“
Die Lage ist natürlich komplett gegenteilig: Erst in den Protesten konnte sich die nun angeklagte Naziterrorgruppe überhaupt erst gründen. Die zugrundeliegenden “Ängste” sind Rassismus2, ihre Akzeptanz von einem auch ansonsten in Pegida-Sprech von Geflüchteten als “Glücksrittern” daherfaselnden Oberbürgermeister ist bezeichnend.

Wir halten es dagegen mit der ebenfalls im Artikel zitierten und von Nazis attackierten Frau Brachtel von der Organisation für Weltoffenheit und Toleranz:
„Es müsste eigentlich eine ganze Stadt vor Gericht stehen. Auch wenn ich weiß, dass nicht alle Einwohner rechts sind oder Nazis sind oder Terroristen sind. Aber sie haben es zugelassen.“

Sie beschreibt die Stimmung in Freital in wesentlich bedrohlicheren Worten: „Das Problem ist die schweigende Mehrheit, die das mitträgt und das Ganze legitimiert und relativiert“. Oder gar abfeiert: „Es gibt hier immer noch genug Leute, die das toll finden.“ Sie betont zudem, dass die Angeklagten lediglich der harte Kern der Gruppe seien. „Ich denke, dass es schon noch etwa 20 Sympathiesanten und Unterstützer gibt. Das ist wirklich bloß die Spitze des Eisbergs.“

Ebenso wie beim NSU stellen die Angeklagten lediglich die Spitze des rassistischen Eisberges. Ohne die rassistische deutsche Gesellschaft wären sie nichts.1

Alle Zitate soweit nicht anders gekennzeichnet aus:

http://www.dnn.de/Specials/Themenspecials/Prozess-Gruppe-Freital/Freital-Prozess-Eine-Stadt-auf-der-Anklagebank

1: Gruppe Freital: Der “Nationalsozialistische Vordergrund” von der Aral-Tankstelle

2: ‘Sorgen und Ängste’ als Rassismus ernst nehmen

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