Was tun, damit’s nicht brennt? Aktuelle rassistische Mobilisierungen und linksradikale Antworten

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Deutschland entsorgen_VA-ReiheKommende Woche findet die zweite Veranstaltung der Reihe “Deutschland entsorgen! Veranstaltungsreihe zu den bundesweiten rassistischen Mobilisierungen” statt.

Mittwoch, 22. Juli,19h im k-fetisch Wildenbruchstraße 86, 12045 Berlin

Die letzten Wochen und Monate machen deutlich: die rassistischen Mobilisierungen gegen Geflüchtetenunterkünfte halten an und die Zahl der Angriffe steigt weiter. Die Anschläge auf eine bereits bewohnte Unterkunft in Hoyerswerda (03.06.) sowie bisher unbewohnte Objekte in Zossen (16.05.), Meißen (28.05.) und Lübeck (29.06.) sind nur einige Beispiele dafür. Linke Reaktionen blieben meist aus. In der Kleinstadt Freital bei Dresden formiert sich seit Monaten ein Mob aus Anwohner_innen, Neonazis und Hooligans und macht gegen eine Unterkunft und eine geplante Erstaufnahmestelle für Geflüchtete mobil. Dabei flogen Böller und Steine gegen das Gebäude, Refugees und Antifaschist_innen wurden bedroht und angegriffen. Sogenannte „normale Bürger_innen“ machen offen und unverhohlen ihren rassistischen Ressentiments Luft, verpackt im Sprechen über vermeintliche eigene „Sorgen und Ängste“. In den linksradikalen Diskussionen wird eine allgemeine Ratlosigkeit deutlich, wie mit diesen Entwicklungen umgegangen und was dem rassistischen Mob entgegen gesetzt werden kann. Continue reading

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‘Sorgen und Ängste’ als Rassismus ernst nehmen

Am 23.04.2015 wurde unser Artikel “Sorgen und Ängste als Rassismus ernst nehmen” als Gastbeitrag in der online-Ausgabe des Antifaschistischen Infoblatts veröffentlicht.

‘Sorgen und Ängste’ als Rassismus ernst nehmen

„sobald die ersten asylanten in die container einziehen, wird es nie wieder wie es gerade is..ich habe echte angst um viele anwohner, besonders die älteren und kinder. […] schon alleene wenn hundebesitzer mit ihren hunden ne runde gehn und dat in den wald hinterm sportplatz. dat traut sich doch garkeener mehr. […] ick weiss garnicht ob ick traurigkeit oder hass empfinde.“

Zitat aus einer Facebook-Gruppe, November 2014

In den letzten Monaten hat sich in Berlin eine soziale Bewegung formiert, die massiv gegen die Einrichtung neuer Sammelunterkünfte für Geflüchtete, vor allem gegen die im Ostteil der Stadt geplanten Containerlager, hetzt. Im Rahmen dieser Bewegung kam es neben Online-Aktivitäten auf Facebook, verschiedenen Petitionen und zahlreichen Demonstrationen auch zu Angriffen auf die im Bau befindlichen oder bereits bestehenden Unterkünfte sowie auf Geflüchtete, Journalist_innen und Linke. Parallel stieg PEGIDA in Dresden zu einem bundesweit beachteten Phänomen auf, mit kleineren Ablegern in verschiedenen weiteren Großstädten und beispielsweise mit LEGIDA in Leipzig auch einer radikaleren Abspaltung.